Aktuelles aus der «Reform Kaufleute 2022»

22. Februar 2021
Jessica Haldner

Die Stellungnahme des Association suisse des professeurs de français (ASPF)

Bereits im Frühjahr 2020 hat der Verband der Französischfachlehrpersonen ASPF Stellung zu den Entwicklungen der Reform und zur Wichtigkeit der Landessprache Französisch genommen. Es ist keine förderliche Entwicklung, wenn aufgrund von Modularisierungen und Wahlmöglichkeiten grundlegende Kompetenzen nicht mehr obligatorisch vermittelt werden.

Obwohl die Schweizer Bevölkerung in den Abstimmungen den Auftrag erteilt hat, die Landessprachen als verbindendes Element zwischen den Regionen der Schweiz zu wahren, muss im Schulalltag dafür gekämpft werden.

Die Stellungnahme möchten wir Ihnen nicht vorenthalten und hier (nachträglich) zur Verfügung stellen. Machen wir uns weiterhin stark für eine kaufmännische Ausbildung mit fundierten Kenntnissen und für die Sicherstellung der Durchlässigkeit unseres Bildungssystems.

 pdfStellungnahme ASPF144.66 KB

 

Kurzinformation 02 / 08. Februar 2021 zur nationalen Umsetzung: 
Das nationale Koordinationsgremium informiert neu monatlich über den Stand der Arbeiten im Projekt Kaufleute 2022. Die Kurzinformation vom 08. Februar 2021 finden Sie hier: Kurzinformation 8. Februar 2021

 

Unsere Argumente für die zeitliche Verschiebung der Reformeinführung: Das Nationale Koordinationsgremium (NKG) hat in ihrer Kurzinformation vom 12. Januar 2021 festgehalten, dass sie die Umsetzung der Reform überwachen und sie den Kantonen und Berufsfachschulen mindestens ein Jahr Vorlaufzeit für die Einführung der Reform gewähren. Kurzinformation 12. Januar 2021

Wir stehen diesem engen Zeitfenster kritisch gegenüber, ist doch die Aufgabenliste der Berufsfachschulen sehr umfangreich. Unsere Argumente erfahren Sie in der Februar-Ausgabe des Folio des Verbands Berufsbildung Schweiz (BCH).

 

Januar 2021

Der VLKB an der Kickoff-Veranstaltung Umsetzung Reformprozess
Der VLKB wurde von der SKKBS zur Kickoff-Veranstaltung für die Umsetzung der Reformprozesse Kaufleute 2022 Mitte Februar eingeladen. Wir freuen uns über diese Teilnahmemöglichkeit und berichten hier über die nächsten Projektergebnisse.

 

Die zweite Landessprache wieder in Diskussion
Die Unterscheidung der Profile E und B wird in der neuen Bildungsverordnung nicht mehr vorgesehen. Damit weiterhin bisherige E- und B-Profil-Lernende die Ausbildung absolvieren können, sollte gemäss neuer BiVo die Möglichkeit entfallen, zwei Fremdsprachen in der Ausbildung verpflichtend zu vermitteln. Die Entscheidung, welche Fremdsprache (ob zweite Landessprache oder Englisch) an der Berufsfachschule unterrichtet werden sollte, war gemäss erster Version der BiVo an die Kantone delegiert.

Die Politik reagierte. Im September 2020 hat FDP-Nationalrätin (GR) Anna Giacometti im Nationalrat die Interpellation 20.4071eingereicht, dies unter anderem mit dem Argument, dass "die Landessprachen in eine sinnlose Konkurrenz zum Englisch gestellt werden und den Wert unserer Landessprachen schmälern würde". Ebenso wäre die Durchlässigkeit zur Berufsmaturität erschwert, wenn nur noch eine Fremdsprache unterrichtet wird.

In der Stellungnahme des Bundesrates vom 25.11.2020 bestätigt der Bundesrat den hohen Stellenwert der Förderung der Mehrsprachigkeit in den Schweizer Schulen. Er verweist aber ebenso auf die Anforderung, die KV-Lehrere leistungsschwächeren Lernenden (bisher B-Profil) zu ermöglichen. Im Zuge der Anhörung können die Berufsbildungsämter, die OdA und weitere interessierte Kreise Stellung nehmen zu den folgenden zwei Varianten:

  • Variante A: Entscheidung bleibt bei den Kantonen, welche Fremdsprache (zweite Landessprache oder Englisch) wird obligatorischer Teil der Ausbildung
  • Variante B: Zweite Landessprache wird obligatorische Fremdsprache.

Eine Entscheidung des SBFI zur Verordnung kann im April 2021 erwartet werden.

 

Dezember 2020

Ticketantrag beim SBFI
Am 18. Dezember 2020 hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) das Ticket für das Projekt «Kaufleute 2022» erteilt. Die Anhörung des SBFI findet zwischen dem 20. Januar und 20. April 2021 statt.

Die dazu ergänzenden Dokumente (Quellen SBFI, Konvink):

 

FAQ: Offene Fragen zum Reformprojekt
Lehrpersonen und Berufsfachschulen haben wichtige Fragen gestellt. Sie werden im Dokument "die wichtigsten Fragen und Antworten zum Reformprojekt" von der SKKAB zusammengetragen. Wir finden viele Fragen sind noch unbeantwortet und die gegebenen Rückmeldungen verweisen auf die noch laufenden Projekte, die durch das Nationale Koordinationsgremium (NKG) lanciert wurden. So sind wir sehr gespannt auf die nächsten Projektergebnisse und die konkreten Antworten auf die offenen Fragen.

 

Einen Überblick über bisherige Entwicklung der Reform und die geplanten Schritte 2021 finden Sie im Hauptmenü «Reform Kaufleute 2022»

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Schweizerischer Verband
der Lehrerinnen und Lehrer
an Kaufmännischen Berufsschulen

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