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Reform Kaufleute

Grundlagen der Reform

Die wesentlichen Veränderungen

Transformationsprozesse, angestossen durch Megatrends, beeinflussen die heutige Arbeitswelt. Es entstehen neue Hilfsmittel, Bedürfnisse und Anforderungen, denen die Arbeitnehmenden gerecht werden müssen. Neue Arbeitsformen verlangen von den Arbeitnehmenden nicht nur fachliche und methodische Kompetenzen, sondern auch Kompetenzen im Umgang mit anderen Personen und sich selbst.

Im Wesentlichen gibt es für die Berufsfachschulen folgende Neuerungen:

  • Die Aufteilung in die Basis-Grundbildung (B-Profil) und Erweiterte Grundbildung (E-Profil) wird zusammen mit der dazu gehörenden Promotion abgeschafft.
     
  • Die Differenzierung in den ersten zwei Lehrjahren ist durch Wahlpflichtfächer möglich: Lernende haben die Wahl zwischen «Zweite Fremdsprache» und «Individuelle Projektarbeit»
  • Mit der Wahl der Option im dritten Lehrjahr wird weiter auf spezifische Bedürfnisse der Lehrbetriebe eingegangen. Es gibt vier Vertiefungsmöglichkeiten:
    • «Finanzen»
    • «Kommunikation in der Landessprache»
    • «Kommunikation in der Fremdsprache»
    • «Technologie»
       
  • Die Handlungsorientierung wird an allen drei Lernorten, insbesondere auch an der Berufsfachschule, umgesetzt. Das Qualifikationsverfahren ist ebenfalls danach ausgelegt.

Der Kompetenzbegriff ist vielfältig und wird immer wieder unterschiedlich definiert. Die stark fundierte Handlungsorientierung beinhaltet nach dem SBFI die vier Kompetenzklassen: Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz. Als Handlungskompetent wird bezeichnet «wer berufliche Aufgaben und Tätigkeiten eigeninitiativ, zielorientiert, fachgerecht und flexibel ausführt.» (admin.ch)

Der VLKB möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass nebst der betrieblichen Ausrichtung auch die Fokussierung auf einem fundierten Allgemeinwissen zentral ist. Dies gerade vor dem Hintergrund, dass die Lernenden nicht nur in Bezug auf ihre fachliche Qualitäten ausgebildet werden, sondern sich in ihrer Persönlichkeit entwickeln und sich in der Gesellschaft zurechtfinden können.


Das Qualifikationsprofil

Die folgende Abbildung visualisiert das Qualifikationsprofil – dahinter steht das künftige Tätigkeitsprofil der KV-Lernenden.

Die geltenden Dokumente

Als Vorgabe sowie zur Unterstützung der Umsetzung und der Ausbildungsplanung stehen mehrere Grundlagendokumente zur Verfügung. Der direkte Zugang zu den genannten Dokumenten finden Sie rechts nebenan.

Kaufmann / Kauffrau EFZ

Kaufmann / Kauffrau EBA
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    Die geltenden Dokumente zur Ausbildung Kauffrau / Kaufmann EFZ stellt teils die IGKG Schweiz auf ihrer Webseite zur Verfügung.

    Link zu folgenden Dokumenten (IGKG Schweiz):

    Bildungsverordnung Kaufmann / Kauffrau EFZ

    Bildungsplan Kaufmann / Kauffrau EFZ

    Nationaler Lehrplan Allgemeinbildung

    Für den Zugang zu den nationalen Lehrplänen 1.-3. Lehrjahr EFZ ist ein Zugang auf die Plattform Konvink erforderlich. Dieser kann hier beantragt werden: Registrierung Konvink

     


  • Die geltenden Dokumente zur Ausbildung Kauffrau / Kaufmann EBA stellt die IGKG Schweiz auf ihrer Webseite zur Verfügung.

    Link zu folgenden Dokumenten (IGKG Schweiz):

    Bildungsverordnung EBA

    Bildungsplan Kaufmann / Kauffrau EBA

    Nationaler Lehrplan 1. und 2. Lehrjahr

    QV Ausführungsbestimmungen


Der Ausbildungsverlauf


Weiterbildung

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Organisationsmodelle

Im Rahmen des Ergebnisberichts des Teilprojekts 5 „Organisationsmodelle für die Umsetzung von handlungskompetenzorientierten Bildungsplänen in Berufsfachschulen“ werden den Berufsfachschulen Organisationsmodelle und mögliche Rollenprofile als Hilfsmittel zur Verfügung gestellt.

Hier werden sie in Kurzfassung vorgestellt
(Quelle: Bericht Teilprojekt 5, Organisationsmodelle für die Umsetzung von handlungskompetenzorientierten Bildungsplänen in Berufsfachschulen)

  • Variante 1a

    Präsenzunterricht ohne selbständige Lernformen

Anstatt Einzellektionen sind Blöcke aus zweiund mehr Lektionen anzustreben. Der Unterricht wird in Vollklassen geführt. Es handelt sich um Präsenzunterricht ohne selbständige Lernformen.

Es gibt einen Stundenplan pro Klasse. Der Stundenplan der Klasse ist analog des Stundenplans der Lehrperson aufgebaut.

  • Variante 1b

    Präsenzunterricht mit selbständigen Lernformen

Anstatt Einzellektionen sind Blöcke aus zwei und mehr Lektionen anzustreben. Dieses Unterrichtsmodell beinhaltet begleitetes sowie unbegleitetes selbstorganisiertes Lernen (SOL). Dies ermöglicht gleichzeitig auch ein Teamteaching. Der Unterricht kann somit in Voll- oder Halbklassen geführt werden.

  • Variante 2

    Blöcke innerhalb des Semesters

Diese Variante strebt die Entwicklung der Handlungskompetenzen in grösstmöglichen Blöcken innerhalb des Semesters bzw. des Lehrjahres an. Die Lernenden bearbeiten PRojekte in Gruppen, deren Umfang auf den jeweiligen Block abgestimmt ist. Der Anteil der begleiteten Lektionen variiert innerhalb der Dauer der Blöcke; am Anfang und am Ende ist er hoch, in der Mitte tief.

  • Variante 3

    Handlungskompetenzorientierte Arbeitsaufträge

Bei diesem Modell wird zwischen instruktionalem Unterricht (IU), dem Transfer über Aufträge und der Lernbegleitung unterschieden. Instruktionaler Unterricht ist ein direkter Impuls im Unterricht von ca. 20 Minuten. Je nach Impuls kann dieser von einer Fachperson oder einer anderen Lehrperson präsentiert werden. Die Festigung des Grundlagenwissens wird durch Grundwissen-Aufträge und der Transfer über Transfer-Aufträge sichergestellt.

Zeitstrahl


2021/02

Unsere Argumente für die zeitliche Verschiebung der Reformeinführung

Das Nationale Koordinationsgremium (NKG) hat in ihrer Kurzinformation vom 12. Januar 2021 festgehalten, dass sie die Umsetzung der Reform überwachen und sie den Kantonen und Berufsfachschulen mindestens ein Jahr Vorlaufzeit für die Einführung der Reform gewähren.

Wir stehen diesem engen Zeitfenster kritisch gegenüber, ist doch die Aufgabenliste der Berufsfachschulen sehr umfangreich. Unsere Argumente erfahren Sie ganz bald in der Februar-Ausgabe  „FOLIO“ vom Verband Berufsbildung Schweiz (BCH).


2021/01

Der VLKB an der Kickoff-Veranstaltung Umsetzung Reformprozess

Der VLKB wurde von der SKKBS zur Kickoff-Veranstaltung für die Umsetzung der Reformprozesse Kaufleute 2022 Mitte Februar eingeladen. Wir freuen uns über diese Teilnahmemöglichkeit und berichten hier über die nächsten Projektergebnisse.


Die zweite Landessprache wieder in Diskussion

Die Unterscheidung der Profile E und B wird in der neuen Bildungsverordnung nicht mehr vorgesehen. Damit weiterhin bisherige E- und B-Profil-Lernende die Ausbildung absolvieren können, sollte gemäss neuer BiVo die Möglichkeit entfallen, zwei Fremdsprachen in der Ausbildung verpflichtend zu vermitteln. Die Entscheidung, welche Fremdsprache (ob zweite Landessprache oder Englisch) an der Berufsfachschule unterrichtet werden sollte, war gemäss erster Version der BiVo an die Kantone delegiert.

Die Politik reagierte. Im September 2020 hat FDP-Nationalrätin (GR) Anna Giacometti im Nationalrat die Interpellation 20.4071 eingereicht, dies unter anderem mit dem Argument, dass „die Landessprachen in eine sinnlose Konkurrenz zum Englisch gestellt werden und den Wert unserer Landessprachen schmälern würde“. Ebenso wäre die Durchlässigkeit zur Berufsmaturität erschwert, wenn nur noch eine Fremdsprache unterrichtet wird.

In der Stellungnahme des Bundesrates vom 25.11.2020 bestätigt der Bundesrat den hohen Stellenwert der Förderung der Mehrsprachigkeit in den Schweizer Schulen. Er verweist aber ebenso auf die Anforderung, die KV-Lehrere leistungsschwächeren Lernenden (bisher B-Profil) zu ermöglichen. Im Zuge der Anhörung können die Berufsbildungsämter, die OdA und weitere interessierte Kreise Stellung nehmen zu den folgenden zwei Varianten:

  • Variante A: Entscheidung bleibt bei den Kantonen, welche Fremdsprache (zweite Landessprache oder Englisch) wird obligatorischer Teil der Ausbildung
  • Variante B: Zweite Landessprache wird obligatorische Fremdsprache.

Eine Entscheidung des SBFI zur Verordnung kann im April 2021 erwartet werden.


Ticketantrag beim SBFI

Am 18. Dezember 2020 hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) das Ticket für das Projekt «Kaufleute 2022» erteilt. Die Anhörung des SBFI findet zwischen dem 20. Januar und 20. April 2021 statt.

Die dazu ergänzenden Dokumente (Quellen SBFI, Konvink):


Offene Fragen zum Reformprojekt

Lehrpersonen und Berufsfachschulen haben wichtige Fragen gestellt. Sie werden im Dokument „die wichtigsten Fragen und Antworten zum Reformprojekt“ von der SKKAB zusammengetragen. Wir finden viele Fragen sind noch unbeantwortet und die gegebenen Rückmeldungen verweisen auf die noch laufenden Projekte, die durch das Nationale Koordinationsgremium (NKG) lanciert wurden. So sind wir sehr gespannt auf die nächsten Projektergebnisse und die konkreten Antworten auf die offenen Fragen.

2021


Was erwarten wir im Jahr 2021?

  • Umsetzung in den Berufsfachschulen begleitet durch die NKG
  • Neue Umsetzungsinstrumente aus den Reformprojekten wie…
    • Definitive Bildungsverordnung
    • definitiver Bildungsplan
    • Ausführungsbestimmungen QV
    • Lehrplan ABU
    • Lehrplan SKKAB
    • Lehrplan BM1
    • Lehrplan EBA
    • Lernortkooperationstabelle
    • Organisationsmodelle BFS
    • ….
  • Bestimmung der Organisationsmodelle, Prozesse und Anpassung der ICT in den Berufsfachschulen
  • Festlegung der Fremdsprachen durch die Kantone
  • Bestimmung und Umsetzung der Schullehrpläne
  • Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrpersonen zur neuen Grundbildung, zum handlungskompetenzorientierten Unterricht oder zum kompetenzorientierten Prüfen

2020

  • Die Branchen haben ihre Arbeiten an den branchenspezifischen Leistungszielen abgeschlossen.
  • Arbeitsgruppen befassten sich mit der integrierten Allgemeinbildung und der lehrbegleitenden Berufsmaturität.
  • SKBQ verabschiedete die Entwürfe der Bildungsverordnung und des Bildungsplans.
  • SKKAB-interne Vernehmlassung fand statt.
  • Lancierung der Umsetzungsprojekte
  • Einreichung Ticket SBFI

2019

  • Umsetzungskonzepte und Umsetzungsinstrumente für Berufsfachschulen und Betriebe wurden erarbeitet, wie zum Beispiel das Konzept Qualifikationsverfahren, das Konzept integrierte ABU, BM1 und SOG.
  • Erweiterung und Verabschiedung des Qualifikationsprofils mit Optionenmodell und Wahlpflichtfächern. Das «Vorticket» wurde vom SBFI bestätigt.
  • Das SKBQ verabschiedete Leistungsziele für Betriebe und Berufsfachschule, die Eckwerte zum Qualifikationsverfahren sowie die Konzepte zur Bildungssystematik, zur betrieblichen Umsetzung, zu den Betriebsgruppen und zu den überbetrieblichen Kursen als Grundlage für die Arbeit am Bildungsplan.

2018

  • Berufsfeldanalyse in den 21 kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbranchen. Mit Hilfe der Analyse und der darin angetroffenen Arbeitssituationen wurde das Tätigkeitsprofil für die kaufmännische Grundbildung entwickelt.

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